Das Konzert wird organisiert und durchgeführt von den Thüringer Bachwochen.

Liam Byrne verbringt die meiste Zeit damit, entweder sehr alte oder ganz neue Musik auf der Viola da Gamba zu spielen. Eine Leidenschaft für das obskure Repertoire des 16. und 17. Jahrhunderts ist ein wiederkehrendes Thema in seiner Arbeit – sei es bei der Entwicklung barocker Performance-Installationen für das Victoria & Albert Museum, in der Zusammenarbeit mit dem Appalachen-Fiddler Cleek Schrey oder beim Schaffen neuer elektronischer Werke mit dem isländischen Komponisten Valgeir Sigurðsson.
Liams Soloperformances verbinden häufig alte Gambenmusik mit neuen Stücken, die für ihn von Komponisten wie David Lang, Nico Muhly und Edmund Finnis – unter vielen anderen – geschrieben wurden. Seine Mitgliedschaft beim isländischen Plattenlabel und Künstlerkollektiv Bedroom Community führte zur Veröffentlichung zweier umfangreicher Studioarbeiten: Donnacha Dennehys 40-minütigem Tessellatum für mehrfach aufgenommene Gambe und Bratsche (mit Nadia Sirota) sowie Valgeir Sigurðssons Dissonance, einer 23-minütigen Dekonstruktion und Explosion eines Mozart-Streichquartetts, basierend auf vielen Schichten von Liams Improvisationen.
Im Juni 2017 wurde Liam vom Victoria & Albert Museum beauftragt, eine ortsspezifische Klanginstallation für deren neues Courtyard Gallery zu schaffen. Daraus entstand das achtstündige Werk Partials, eine Erkundung der Resonanz des Raumes, die vollständig aus oberen Partialtönen besteht, die auf der Gambe erzeugt wurden. 2015 arbeitete Liam außerdem mit Nico Muhly an einer Klanginstallation für die Soundscapes-Ausstellung der National Gallery, und 2016 wurde er von der Dulwich Picture Gallery beauftragt, ein immersives Werk für deren Mausoleum zu entwickeln, als Reaktion auf zwei Gemälde des 17. Jahrhunderts von Gerrit Dou.
Im Laufe der Jahre hat Liam eng mit einer Vielzahl von Musikerinnen und Musikern zusammengearbeitet – von Damon Albarn bis Emma Kirkby – und ist ein häufiger Gast der New-Music-Ensembles Stargaze, des London Contemporary Orchestra und des Crash Ensemble. Mit einem Hintergrund in Historischer Aufführungspraxis und Abschlüssen der Universitäten Indiana und Oxford hat Liam mit vielen der führenden Alte-Musik-Ensembles Europas gespielt und aufgenommen, darunter dem Huelgas Ensemble, dem Dunedin Consort, The Sixteen, i Fagiolini sowie den Gambenconsorts Phantasm, Concordia und insbesondere Fretwork, mit denen er mehrere Jahre lang intensiv tourte und aufnahm.